Lied vom Scheitern

Nein liebe Leser, es geht hier nicht um den gleichnamigen Song von „Die Ärzte“. Ich war so mutig und habe mich an Arch Linux herangetraut.

Aufmerksam geworden durch GNU/Linux.ch habe ich es erst in einer VM versucht und mich dabei vor allem an die Hilfe aus dem Wiki gehalten.

Einiges ist dort nicht so ganz aktuell, z.B. muss inzwischen dm-crypt Kernel Modul nicht mehr geladen werden (übrigens keine tolle Idee, mit Verschlüsselung in einer VM zu experimentieren) und auch andere Anleitungen sind im englischen Original aktueller. (Soll ja Leute geben die english besser verstehen als ich.)

Letztlich war die Installation erfolgreich und ich konnte mich mit dem Paketmanager pacman, grafischen Frontends wie pamac, octopi und dem Arch User Repository (AUR) auseinandersetzen. Ein interessantes Konzept, werden hier doch nicht fertig kompilierte Pakete, wie in anderen Distributionen üblich, bereitgestellt sondern „…eine Sammlung von Paketbau-Anleitungen (den PKGBUILDs) anhand derer Programmpakete für Arch Linux erstellt werden können…

Heißt, es werden in Arch Linux und den darauf basierenden Distributionen wie Manjaro neben fertig kompilierten Paketen vor allem Scripte bereit gestellt, die beim Installieren von Software diese downloaden und nach eben diesen Anleitungen kompiliert werden. Das klappt nicht immer bei jeder Anwendung, ist manchmal recht zeitaufwändig, bietet aber eine Vielzahl von sehr aktuellen Versionen. Alternativ kann aber auch das chaotic-aur eingebunden werden, womit auf jede Menge bereits kompilierte Pakete und Aktualisierungen zugegriffen werden kann

Hierzu empfehle ich auch den Artikel Paru, Pacaur oder Yay? Der beste AUR-Helper? aus Christoph Langner’s Blog „Linux und ich“.

Ausdrücklichen Dank allgemein der Community im Chat von gnulinux.ch und dort im Besonderen orloff und Prof P. Ohne deren Hilfe hätte ich wohl schon sehr zeitig aufgegeben.

Nun nach einigen Tests in der VM habe ich mich dann ans Blech gewagt.

Hier liegt noch ein altes Lifebook A357. 2019 erworben, ging der Monitor exakt nach Ablauf der Garantie kaputt. Wie heißt es so schön „Wer billig kauft kauft zwei mal“.

Nun ja abgesehen vom Display ist das Teil aber noch zu schade um hier zu vergammeln. Mit 32GB RAM üppig ausgestattet, einem Core i3 und einer 250GB SSD kann es per KVM Switch und externem Monitor noch gut als Zweitrechner herhalten.

Also los, USB Stick erstellt, gebootet und los gings. Diesmal aber mit Verschlüsselung der Festplatte und vielen Stolpersteinen. Immer wenn ich glaubte ein „Herausforderung“ gelöst zu haben, ergaben sich gleich wieder neue Fragen.

Irgendwann war das Arch dann installiert, irgendwann lief auch KDE und irgendwann hatte ich jede Menge Software installiert.

Ich bevorzuge bei solchen Tests KDE, um einen Vergleich mit mir bekannten Distributionen zu haben. Und KDE ist nun mal der mir seit vielen Jahren vertraute Desktop meiner Wahl.

Aber weder das neue pipewire Soundsystem gab einen Ton von sich, noch wollte die onboard intel Grafikkarte, eigentlich unter Linux stets problemlos, mit Hardwarebeschleunigung arbeiten wie gewünscht. Irgendwie fühlte sich alles so zäh an und nicht nach einem System mit dem man arbeiten will.

Aber, um einmal linuxkurs.ch zu zitieren „…Nimm dir bitte für jeden Abschnitt genügend Zeit und erwarte nicht, dass alles auf Anhieb funktioniert. Jede schwierig erscheinende Situation wird dir helfen, nachhaltig Wissen aufzubauen, sobald du sie erfolgreich gemeistert hast….

Zeit habe ich mir genommen, einige Tage Urlaub, viele Stunden am Rechner, intensive Nachfrage in Chats. Versuch um Versuch. Nun ist Arch aber eben kein System für Einsteiger und auch bei fortgeschrittenen Anwendern, die mit dieser Distribution noch keine Erfahrung haben sind Probleme unausweichlich und vielleicht muß man Arch auch nicht auf diese Weise kennen lernen.

Zum Vergleich auch mit Ubuntu hat man kein Debian aber ein darauf basierendes System und so lernt man auch mit Ubuntu vieles über Linux im allgemeinen und Debian im speziellen kennen, wenngleich es auch hier viele Unterschiede gibt.

Wie ich das umgesetzt habe erzähle ich euch im nächsten Teil.

arch’ige Grüße DxU

Kurztipp: Firefox ohne Snap/Flatpak in Ubuntu 22.04

Das Theater mit Snap ist in aller Munde, ich engagiere mich damit, wenn’s nicht anders geht oder das manchmal der akzeptabelste Weg ist.

Aber manchmal gehts eben doch anders, am Beispiel von Firefox:

Das Theater mit Snap ist in aller Munde, ich engagiere mich damit, wenn’s nicht anders geht oder das manchmal der akzeptabelste Weg ist.

Aber manchmal gehts eben doch anders, am Beispiel von Firefox:

https://www.omgubuntu.co.uk/2022/04/how-to-install-firefox-deb-apt-ubuntu-22-04

Zuerst entfernen wir das Snap Paket:

sudo snap remove firefox

Dann fügen wir das Repository hinzu

 sudo add-apt-repository ppa:mozillateam/ppa

Nun priorisieren wir die dort angebotene Version, sonst gibts danach wieder nur das snap oder die ESR Version (wobei die aktuell mit v 102.x statt v106.x durchaus akzeptabel sein kann)

echo ‚
Package: *
Pin: release o=LP-PPA-mozillateam
Pin-Priority: 1001
‚ | sudo tee /etc/apt/preferences.d/mozilla-firefox

Achtung ! In einer früheren Version hatte ich dem 5-Zeiler die Zeilenumbrüche unterschlagen. Dann klappt das aber nicht.
Es muss also wirklich dann in /etc/apt/preferences.d/mozilla-firefox folgende 3 Zeilen stehen:

Package: *
Pin: release o=LP-PPA-mozillateam
Pin-Priority: 1001

Schließlich noch wie gewohnt die Paketverwaltung aktualisieren und firefox (samt Sprachpaket) installieren.

sudo apt update

sudo apt install firefox firefox-locale-de

snap befreite Grüße DxU

Dieser Beitrag hat mich motiviert meinen ersten Artikel für gnulinux.ch zu schreiben: https://gnulinux.ch/der-snap-befreite-firefox